Auf der Zielgeraden: Die Maria-Gress-Schule verabschiedet 138 Absolventinnen und Absolventen
Entlassfeier auf der Bénazet-Tribüne der Galopprennbahn Iffezheim
Iffezheim – Mit einem augenzwinkernden Blick auf den Ort des Geschehens verabschiedete die Maria-Gress-Schule Iffezheim am Freitag, den 17. Juli 2026, auf der Bénazet-Tribüne der heimischen Galopprennbahn insgesamt 138 Absolventinnen und Absolventen der Real-, Werkreal- und Hauptschule. In festlichem Rahmen erhielten 80 Realschülerinnen und Realschüler (Notendurchschnitt 2,3), 22 Werkrealschülerinnen und Werkrealschüler (2,4) sowie 26 Hauptschülerinnen und Hauptschüler (2,4) ihre Abschlusszeugnisse – umrahmt von Familien, Lehrkräften und zahlreichen Ehrengästen aus Gemeinderat, Förderverein und Rotary Club Rastatt-Baden-Baden.
Rektor Carsten Bangert und Bürgermeister Christian Schmid führten den Abend gemeinsam als Moderatorenduo an und griffen den ungewöhnlichen Veranstaltungsort mit sichtlichem Vergnügen auf. „Wenn man eine Abschlussfeier auf der Galopprennbahn feiert, dann drängt sich ein Bild geradezu auf: Wir sind heute am Ende eines langen Rennens“, eröffnete Bangert und beschrieb die vergangenen Schuljahre als wechselvolle Rennen – mal seien die Absolventinnen und Absolventen „leicht vorneweg galoppiert“, mal hätten sie „von hinten aufholen“ müssen, ehe für alle feststand: „Ihr seid alle im Ziel angekommen.“ Schmid konterte prompt und pointiert, Bangert habe in den vergangenen Wochen weniger die Rolle des Trainers als die des Rennleiters übernommen, „der darauf achtet, dass alle Pferde rechtzeitig in der Startbox stehen und niemand zu früh losläuft“ – ein humorvoller Schlagabtausch, der sich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zog. Gerade die Rückblicke von Schüler/innen und Lehrkräfte brachte die Gäste immer wieder zum Schmunzeln.
Auf die Frage, welche Rolle eine Schule für eine Gemeinde spiele, antwortete Schmid, die Maria-Gress-Schule sei „ein bisschen Trainingszentrum fürs Leben, aber auch Rennstall“ – ein Ort, an dem Talente gefördert und, wie er es bildhaft formulierte, „wie Diamanten geschliffen“ würden, „damit dann eines Tages Siegerpferde aus ihnen werden“. Er würdigte den besonderen Flair der Feier auf der Rennbahn und erinnerte daran, dass er selbst über die Mittlere Reife, Ausbildung und Fortbildungen den Weg bis ins Bürgermeisteramt gefunden habe – eine persönliche Note, die bei den Gästen gut ankam.
In seiner Abschiedsbotschaft gab Bangert dem Jahrgang ein Bild der Autorin Mel Robbins mit auf den Weg: die „Let Them – Let Me“-Theorie. Auf einer Rennbahn lasse sich vieles kontrollieren – Training, Vorbereitung, Ausrüstung –, nicht aber das Verhalten der anderen oder die Lautstärke der Zuschauer. „Lasst andere Menschen das tun, was sie tun werden“, so Bangert, und ergänzte: „Lasst mich – also euch selbst – das tun, was ihr könnt: lernen, Verantwortung übernehmen, Fehler machen, wieder aufstehen, mutig sein.“ Seinen Wunsch an die Absolventinnen und Absolventen brachte er auf den Punkt: „Bleibt respektvoll, bleibt neugierig – und bleibt bei euch.“
Sozialpreis für Anna Petrusenko
Einen besonders bewegenden Moment bildete die Verleihung des Sozialpreises des Fördervereins, den in diesem Jahr Anna Petrusenko aus der Klasse 10d erhielt. Ulla Wößner würdigte in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden Martin Graf Annas „klaren und zugleich reflektierten Blick“ sowie den Mut, mit dem sie in der Schulkonferenz stets ehrliche und offene Rückmeldungen gegeben habe: „Ihr sind Offenheit und Direktheit wichtiger als leises Meckern im Hintergrund.“ Gewürdigt wurden zudem Annas langjähriges Engagement als Schichtführerin und Ausbildungshelferin im Schulsanitätsdienst sowie ihr Einsatz als Klassensprecherin. „Es ist uns eine große Freude und Ehre, dir heute diesen Preis überreichen zu dürfen“, so Wößner bei der Übergabe des mit 100 Euro dotierten Preises.
Eine besondere Überraschung hielt der Förderverein zudem mit einem Sonder-Sozialpreis für außergewöhnliches Engagement bereit, der in diesem Schuljahr einmalig ausgelobt wurde. Geehrt wurden damit zwei Persönlichkeiten, die sich bei der Vorbereitung und Durchführung der Jubiläumsfeier zu „55 Jahre MGS“ und „25 Jahre Förderverein der MGS“ weit über das übliche Maß hinaus eingebracht haben – und die auch sonst mit großer Hingabe für ihre Schule arbeiten. Die stellvertretende Vorsitzende Nicole Duschat überreichte ein Präsent an die gute Seele der Schule, Schulsekretärin Tanja Schäfer, für ihre Arbeit rund um die Organisation des Festes, sowie an Philipp Wetzel, dem es gelang, sage und schreibe 16 Vereine für das Jubiläumsfest zu gewinnen und gemeinsam mit ihnen sowie zahlreichen Eltern und Kolleginnen und Kollegen ein unvergessliches Fest für das ganze Dorf auf die Beine zu stellen. Schulleiter Bangert kommentierte die Würdigung mit den Worten: „Alles Große in der Welt geschieht, weil manche Menschen mehr machen als sie müssen.“ Ein herzlicher Dank galt neben den beiden Geehrten allen, die zum Gelingen des Jubiläumsfestes beigetragen haben.
Rotary-Preis für persönliche Entwicklung
Der Rotary Club Rastatt-Baden-Baden richtete mit einem eigenen Preis den Blick auf die persönliche Entwicklung einzelner Schülerinnen und Schüler während ihrer gesamten Schullaufbahn. Präsident Arthur Landwehr und Ulrich Mangold vom Berufsdienst überreichten den Rotary-Preis der Hauptschule an Aron Bartsch sowie den Rotary-Preis der Werkrealschule an Alina Palau Teruel. Beide Preisträger wurden für ihre bemerkenswerte Reifung während der Schulzeit geehrt – ein Engagement des Rotary Clubs, das die Schulgemeinschaft seit Jahren begleitet und das bei Schülerinnen, Schülern und Gästen gleichermaßen auf große Anerkennung stieß.
Schulbeste und zahlreiche Sonderpreise
Zu den Schulbesten der jeweiligen Schularten zählen Mia Fritz (Realschule, 10b, Ø 1,1), Evelin Bilitz und Alina Palau Teruel (Werkrealschule, 10d, Ø 1,6) sowie Lina Kuhn (Hauptschule, 9d, Ø 1,2).
Zahlreiche Sonderpreise für herausragendes Engagement und besondere Leistungen gingen unter anderem an: Lina Kuhn (Geisteswissenschaftlicher Preis sowie Kunstpreis des Kunstfördervereins Iffezheim e.V.), Sumaia Abouhanan (Mathematisch-naturwissenschaftlicher Preis), Levin Ullrich (Geisteswissenschaftlicher Preis), Lilly Alejski (Mathematisch-naturwissenschaftlicher Preis und Sonderpreis der SMV), Havin Demir und Jana Mathern (Preis für besondere Leistungen in der Fremdsprache Englisch), Andreas Oniciuc (Sportpreis) sowie Arne Rahm (Sonderpreis für herausragende Leistungen und besondere Talente in den Bereichen Technik und Geschichte). Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Schülerinnen und Schüler aller Klassen mit einem Lob oder einem Preis für besonders gute Leistungen ausgezeichnet. Der langjährige Einsatz der zahlreichen Schulsanitäter/innen, sowie den engagierten Vertretern der SMV (Emma Ramsteiner, Lilly Alejski, Lena Krause, Dana Pfeifer) wurde ebenfalls mit Sonderpreisen gewürdigt.
Bewegender Dank der Schülersprecherinnen
Nach der Zeugnisausgabe dankten die Schülersprecherinnen Nikole Dimke, Emma Ramsteiner und Laurissa Rexhepi im Namen aller Absolventinnen und Absolventen den Lehrkräften, Eltern und dem gesamte Schulteam. „Ihr habt uns nicht nur etwas beigebracht, ihr habt uns zugehört und uns zugetraut, unseren eigenen Weg zu gehen.“ Ihre Worte wurden von den Gästen mit lang anhaltendem Applaus bedacht.
Dank an die gesamte Schulgemeinschaft
Ein herzlicher Dank ging an diesem Abend auch an alle Lehrkräfte, die ihre „Rennställe“ – die Klassen – über all die Jahre mit großem Engagement begleitet haben, sowie an die Eltern, die gerade in den letzten Wochen der Abschlussprüfungen starke Nerven bewiesen. Ein besonderer Dank galt allen Elternvertreterinnen und Elternvertretern für ihren langjährigen Einsatz für die Schule in Elternbeirat, Schulkonferenz und den Vertretungen der Stufenteams – schön, wenn eine Schulgemeinschaft aus so vielen mitdenkenden und engagierten Persönlichkeiten besteht. Nicht zuletzt dankten die Verantwortlichen den Schülerinnen und Schülern und Eltern der Klassen 8, die mit Vor- und Nachbereitung des Raumes sowie dem Getränkeverkauf zu einer gelingenden Veranstaltung beitrugen, und dem Förderverein, der mit Fotograf Gerold Schneider die wesentlichen Momente des Abends festhielt.
Mit Musik von Benno Fritz (Gitarre) und Lara Schmitt (Sängerin), viel Applaus und einem Hauch Wehmut endete auf der Benazet-Tribüne eine Veranstaltung, die die enge Verbindung zwischen Schule, Gemeinde, Förderverein und Rotary Club einmal mehr sichtbar machte – und der für die 138 Absolventinnen und Absolventen der Maria-Gress-Schule nicht das Ende, sondern den Start in ihre nächste Runde markierte.
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